Absolventen-Statements

Ich kam als Spätaussiedlerin aus Kasachstan in die Region Bitterfeld. Damals glaubte ich noch, als gelernte Kindergärtnerin gute Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu haben.
Um meine Deutschkenntnisse zu verbessern, begann ich an den Euro-Schulen Bitterfeld/Wolfen mit vielen anderen Spätaussiedlern einen Sprachkurs. Die Lehrer und Betreuer gaben sich unendlich viel Mühe mit uns. Und das nicht nur beim Pauken der Vokabeln. Hier erfuhren wir ein gutes Stück Lebenshilfe. Durch Gespräche mit Mitarbeitern des Arbeitsamtes aber auch der Euro-Schulen musste ich einsehen, dass ich in meinem Beruf keine Arbeit wieder finden würde. Darüber war ich sehr traurig. Meine Lehrer machten mich auf den Beruf des Heilerziehungspflegehel-fers aufmerksam. Den konnte man sogar an den Euro-Schulen Bitterfeld/Wolfen erlernen.
Zunächst war ich skeptisch. Doch was hatte ich für eine Alternative? Also begann ich die Ausbildung und mit jeder Unterrichtsstunde fesselte sie mich mehr. 1996 konnte ich mich erfolgreich der Abschlussprüfung unterziehen. Während der Ausbildung erfuhr ich viel Unterstützung durch die Schule. Sie war es auch, die mir einen Praktikumsplatz vermittelte. Während dieser Zeit begriff ich, dass ich diesen neuen Beruf wirklich liebe. Als 1998 die Diakonie das "Haus Wichern" errichtete, kam man auf mich zu und bot mir einen Arbeitsplatz an. Seither bin ich in den Werkstätten für Behinderte tätig. Der Umgang mit den Menschen fordert, aber erfüllt mich auch jeden Tag aufs Neue.
Ich bin froh und dankbar, dass mir die Euro-Schulen den Impuls gaben, mich für diesen Beruf zu entscheiden. Eine Ansicht, die viele meiner Klassenkameraden teilen. Wir halten noch heute Kontakt zueinander und sind uns einig: Die Zeit an den Euro-Schulen war einfach toll.

Ich bin 27 Jahre alt und befinde mich im dritten Ausbildungsjahr zur Diätassistentin. Nach erfolgreich bestandenem Fachabitur absolvierte ich zunächst eine Ausbildung zur Hotelfachfrau und war mehrere Jahre in diesem Beruf tätig. In dieser Zeit lernte ich viele Menschen kennen, etliche davon näher. In den Gesprächen war immer wieder die Gesundheit ein zentrales Thema. Oder sollte ich besser sagen die Krankheit? Man erzählte mir von kleinen Wehwehchen und schwersten Erkrankungen. Häufig war für mich als interessierten Laien bereits erkennbar, dass die gleichen Menschen sich aber in keiner Weise in ihrer Ernährung und sonstigen Lebensweise entsprechend ihrer Erkrankung verhielten. Egal, ob es sich um Ignoranz oder Unwissenheit handelte, ich war erschüttert und fing an, mich stärker mit dieser Problematik zu beschäftigen. Ich wollte diesen Menschen helfen. Schließlich fasste ich den Entschluss, meinen Beruf an den Nagel zu hängen und mich als Diätassistentin ausbilden zu lassen. Mein Weg führte mich dazu in die Euro-Schulen Bitterfeld/Wolfen. Noch einmal auf der Schulbank zu sitzen, war zunächst gewöhnungsbedürftig, aber ich habe es nicht bereut. Wir haben sehr viele kompetente Dozenten, die uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die Ausgewogenheit zwischen theoretischer Wissensvermittlung und praktischer Umsetzung, macht den Unterricht abwechslungsreich und fördert das Verständnis für notwendiges theoretisches Rüstzeug. Natürlich ist die Ausbildung manchmal ganz schön stressig und für uns Schüler über weite Strecken auch eine Fleißarbeit. Aber wie sagten schon unsere Großeltern? Ohne Fleiß kein Preis!
Ich wünsche mir, dass mein Preis ein guter Abschluss sein wird. Nach den Prüfungen möchte ich mich weiterbilden. Mein Ziel ist es, einmal selbst unterrichten zu dürfen.

Mein beruflicher Werdegang begann 1994 nach einem guten Realschulabschluss mit einer Berufsausbildung zum Maurer.
Während dieser Ausbildung wurde mir bewusst, dass ich nicht den Beruf erlernte, der mich im Leben genug forderte bzw. in dem meine Aufstiegschancen sehr gering waren.

So beschloss ich, nach Beenden der Lehre meinen Dienst bei der Bundeswehr zu leisten um den Weg für einen weiteren Beruf einzuschlagen, welchen ich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht wusste. Ich wurde als Sanitäter im Wehrdienst ausgebildet und nach ein paar Monaten im Dienst war mir klar - ich möchte später im medizinischen Bereich tätig werden.

Mit dieser Überlegung bewarb ich mich nach 10-monatigem Wehrdienst in der Euro-Schule Bitterfeld/Wolfen und durfte mit sehr vielen Bewerbern einen schriftlichen und körperlichen Eignungstest absolvieren.
Nach Auswertung der Tests und einem gut verlaufenden Einstellungsgespräch mit Herrn Soppa begann ich eine weitere 3-jährige Berufsausbildung zum Physiotherapeuten.
Auch hier erzielte ich trotz einer sehr anspruchsvollen Ausbildung im Jahr 2002 einen guten bis sehr guten Abschluss.
Nun, nach mehrjähriger Berufserfahrung und sehr vielen notwendigen Weiterbildungen habe ich am 01.01.2006 den Sprung in die Selbständigkeit geschafft. Zusammen mit einer ehemaligen Kollegin eröffneten wir die Praxis für Physiotherapie Ingo Kummer & Sigrid Böhm in Raguhn.

Dank vieler zufriedener und wiederkehrender Patienten kam es bereits zu zwei Einstellungen, was auf Fleiß und gute Behandlungen zurückzuführen ist.

Als gelernte Maschinenanlagenmonteu-rin arbeitete ich als Ausbilder in einer Lehrwerkstatt. Vom Betrieb wurde ich zum Studium Ingenieurpädagoge Maschinen- und Anlagenbau delegiert. Dann kam die politische Wende, und unser Studiengang wurde eingestellt. Ich wusste, in meinem Beruf waren die Aussichten mehr als düster. Also überlegte ich, welche Perspektiven für mich denkbar seien. Ein Bürojob wäre niemals in Frage gekommen. Ich wollte mit Menschen arbeiten, die meiner Hilfe bedurften. Ich wünschte mir eine Tätigkeit, bei der ich individuell auf die Menschen eingehen kann, bei der es kaum Routine gibt. Und so kam ich auf die Idee, einen beruflichen Neuanfang als Physiotherapeutin zu wagen. Nach einem Auswahltest gehörte ich mit 27 Mitschülern dem ersten Ausbildungsgang Physiotherapie an den Euro-Schulen Bitterfeld/Wolfen an. Das war 1996. Die Zeit an der Schule habe ich in allerbester Erinnerung. Nachdem ich 1999 die Abschlussprüfung bestanden hatte, fand ich sofort einen Arbeitsplatz. In dieser Zeit konnte ich Erfahrungen sammeln, mein fachliches Wissen intensivieren. Die Arbeit machte mir großen Spaß. Doch es gibt auch ein Leben neben dem Job. Und so entschied ich mich, zu pausieren und ein Baby zu bekommen. Diese Zeit nutzte ich, um mich neu zu orientieren. Im Mai 2002 wagte ich den Schritt in die Selbstständigkeit. Ich eröffnete in Zscherndorf eine Praxis mit zwei Angestellten. Demnächst kommt eine zweite Praxis in Jeßnitz hinzu. Auch dort werden zwei Physiotherapeuten einen Arbeitsplatz finden. Zudem arbeite ich gern mit Praktikanten. Ich möchte ihnen helfen zu lernen, sich zu beweisen, zu erkennen, dass wir den schönsten Beruf der Welt haben. Den Euro-Schulen möchte ich auf diese Weise ein Stück von dem zurückgeben, was ich durch die tolle Ausbildung an dieser Schule erreicht habe.

Ich bin in der glücklichen Lage, sagen zu können, meine Arbeit macht mir Spaß. Ich bin Altenpflegerin, und das seit 12 Jahren. Meine Ausbildung erhielt ich an den Euro-Schulen Bitterfeld/Wolfen. Die befand sich damals noch in einer Steinbaracke in Bitterfeld. 1991 bildete man dort zum ersten Mal Altenpfleger aus. Und ich war dabei! Unser Klassenleiter war Dr. Peter Rabenalt, unser Betreuer war Schulleiter Joachim Soppa. Der praktische Unterricht fand unter Leitung von Frau Reichelt und Frau Rose, der Leiterin des Pflegeheims in Murrhardt statt.
Unsere Klasse war bunt durcheinander gewürfelt. Es waren Chemiearbeiter darunter, Leute vom Bergbau, Metallindustriearbeiter aber auch Jugendliche, die noch keinen Berufsabschluss hatten. Nach dem ersten Praktikum warfen die ersten das Handtuch. Ein halbes Jahr nach Ausbildungsbeginn bekamen wir einen Übungsraum mit einem alten ausrangierten Krankenbett und Pflegeutensilien, wie einem Nachttisch, einem Infusionsständer und Bettpfannen, denen man allesamt ansah, dass sie lange im Einsatz waren. Zum neuen Inventar gehörte auch eine Übungspuppe, die wir heimlich ,Achim` nannten. Obwohl die Ausstattung nicht optimal war - und mit der heutigen in keiner Weise vergleichbar ist - war der praktische Unterricht immer sehr interessant und lehrreich. Waren während unserer Ausbildung auch die medizinischen Fächer, wie Krankheits- und Medikamentenlehre nicht zu unterschätzen, war sie doch in erster Linie auf Pflege ausgerichtet. Heute wird von uns Altenpflegern zum großen Teil medizinische Behandlung abverlangt. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist ständige Weiterbildung von Nöten.
Nach der Ausbildung fand ich sofort eine Arbeitsstelle. Zunächst arbeitete ich wegen meiner kleinen Tochter in Teilzeit. Heute bin ich ganztags in der ambulanten Pflege beschäftigt. Mir macht meine Arbeit sehr viel Freude. Dennoch sollte jeder, der ihn ergreift, sich das gründlich überlegen. Der Beruf ist physisch und psychisch anstrengend, verlangt persönliche Opfer und führt manchmal an eigene Grenzen. Doch es ist eine zutiefst sozial-menschliche Tätigkeit. Man gibt viel, aber erhält auch unendlich viel zurück. Kleine Gesten der Dankbarkeit, ein Lächeln, ein Händedruck, ein Augenzwinkern entschädigen für Wochenendarbeit, Feiertagsdienste, Rufbereitschaft, müde Füße und Rückenschmerzen.

Ich persönlich wünsche mir, dass ich auch im Alter ohne fremde Hilfe auskomme. Doch sollte mir dies nicht vergönnt sein, dann hoffe ich auf kompetente, freundliche Altenpfleger zu treffen, die wie ich durch die Euro-Schulen auf diesen schönen wie anstrengenden Beruf gut vorbereitet wurden.
Ich freue mich sehr, dass meine 17-jährige Tochter auch den Weg in diese Schule gefunden hat. Sie erlernt den Beruf der Physiotherapeutin und ich weiß um ihre solide Ausbildung an einer Schule, die neben der Vermittlung von Fachwissen, den sozialen Komponenten der jeweiligen Berufe viel Raum schenkt.

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AKTUELLES

Am 14.08.2010, ab 9.00 Uhr, können Sie sich bei unserem nächsten Tag der offenen Tür wieder über Ausbildungsmöglichkeiten und -berufe an den Euro-Schulen Bitterfeld/Wolfen informieren. Wir freuen uns auf Sie!

Zweite Chance beim Schopf gepackt

Für Patricia Klett war der jüngste Tag der offenen Tür an den Euro-Schulen Bitterfeld/Wolfen etwas ganz Besonderes.

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Fremde wurden Freunde

 

Das interkulturelle und integrative Familienfest, veranstaltet von den Euro-Schulen Bitterfeld/Wolfen in enger Kooperation mit vielen Partnern, war ein voller Erfolg. Rund 1500 Aktive und Gäste tummelten sich im Sportpark Süd in Bitterfeld-Wolfen.

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